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Wiesbaden, 16. Februar 2016

Christoph Degen: Ganztagsschulen statt Pakt-Ausbau – SPD für mehr Chancengleichheit und individuelle Förderung

Ganztagsschulen

Die heutige Pressekonferenz der Landesregierung zur Ausweitung des Pakts für den Nachmittag hat der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Christoph Degen wie folgt kommentiert:

„Der Pakt für den Nachmittag ist und bleibt trotz aller ministeriellen Beschwörungsversuche eine Mogelpackung. Pakt-Schulen sind keine Ganztagsschulen, sondern lediglich Schulen mit nachmittägigen Angeboten, für die Eltern außerdem noch tief in die Tasche greifen sollen. Nicht ohne Grund, trifft das Programm nach wie vor nur auf eine dürftige Nachfrage. Wenn gerade einmal 67 weitere Grundschulen Interesse an einer Teilnahme bekunden, lässt dies nur den Schluss zu, dass der Pakt eher ein Rohrkrepierer als ein Renner ist. Viele Schulen sehen darin offenbar keinen Vorteil für sich. Es geht einzig und allein darum, Eltern auf der Suche nach Betreuung für ihre Grundschulkinder zu entlasten.

Für die SPD stehen darüber hinaus gebührenfreie Bildung, Chancengleichheit und eine verbesserte Unterrichtsqualität im Vordergrund. Hier sind gebundene Ganztagsschulen klar im Vorteil. Sie sorgen für weniger Sitzenbleiber, bessere Lernergebnisse, ein besseres Sozialverhalten und weniger Stress zu Hause.

Ganztagsschulen bieten zudem mehr Chancengleichheit, weil der Lernerfolg nicht von der Förderung und Begleitung des Elternhauses abhängt, sondern alle Kinder gleichermaßen erreicht. Sie sind aber auch für die Integration und Bildung von Flüchtlingskindern geeignet, weil sie gemeinsam unterrichtet, schneller Deutsch lernen und eine besondere Förderung erhalten können. Ein weiteres Plus ist die kostenfreie Lernbegleitung und Teilhabeassistenz, insbesondere für Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen. Während beim Pakt die Kommunen und Eltern zuzahlen, sind Ganztagsschulen gebührenfrei.

Die Landesregierung versäumt es, den Ausbau des Ganztagsangebots für eine Qualitätssteigerung des Unterrichts zu verwenden. Sechs echte Ganztagsschulen unter fast 1200 Grundschulen sind eindeutig zu wenig. Nur zusätzlich zum Pflichtunterricht des Vormittags einfach zusätzlich noch Betreuung, Hausaufgabenhilfe oder Freizeitangebote am Nachmittag anzubieten, hilft keinen Schritt dabei, mehr Zeit zum Lernen zu schaffen. Da an der Nachmittagsgruppe nur ein Teil der Vormittagsgruppe teilnimmt, kann der Unterrichtsalltag nicht neu rhythmisiert werden. Dies gelingt nur Ganztagsschulen in der gebundenen oder teilgebundenen Form.

Dem letzten ifo-Bildungsbarometer zufolge wünschen sich mehr als die Hälfte aller Eltern verbindliche Ganztagsschulen. Die Landesregierung blockiert das Elternwahlrecht nach echten Ganztagsschulen. Statt quasi nur das Betreuungsangebot sukzessive zu erweitern und den Pakt auszubauen, sollten die zur Verfügung stehenden Mittel endlich in den Ausbau echter Ganztagsschulen fließen. Hessen liegt im Ländervergleich noch immer auf dem letzten Platz und hat einen enormen Nachholbedarf. Die Landesregierung ergreift den letzten Strohhalm, um sich aus dem Bundesländervergleichskeller herauszuziehen.“

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