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Pressemitteilung:

30. August 2017

Christoph Degen: Wo Schule drauf steht, muss auch Schule drin sein – Eine Stelle macht noch keinen ausgebildeten Lehrer

Lehrermangel

In der heutigen Debatte zum Schuljahresbeginn hat der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Christoph Degen, Schwarzgrün vorgeworfen, den Lehrermangel zu kaschieren. Dazu verleugne die Landesregierung die Wirklichkeit an den hessischen Schulen und rechne sich die Lage mit statistischen Mittelwerten und Prozentzahlen schön. „CDU und Grüne loben sich für die Schaffung von Stellen, die sie aber nicht besetzen können. Sie übersehen dabei, dass eine Planstelle keinen Unterricht gibt, sondern nur ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer. Die aber fehlen überall. Deswegen versucht Schwarzgrün nach Kräften, den Lehrermangel hinter Jubelmeldungen aus dem Schulbereich zu verstecken, in denen sich die Koalitionäre für Selbstverständlichkeiten und längst Überfälliges selbst auf die Schulter klopfen“, urteilt Degen.

So könne das Land 100 Stellen an den Grundschulen des Landes nicht besetzen, obwohl das Kultusministerium längst pensionierte Lehrerinnen und Lehrer geradezu angefleht habe, noch einmal in den Schuldienst zurückzukehren und obwohl ein Weiterbildungsprogramm im Schnellverfahren Grundschullehrerinnen und –lehrer ausbilden solle. Und das, so Christoph Degen, sei nur die Spitze des Eisbergs. Zu viel Unterricht falle aus oder werde fachfremd erteilt. Der SPD-Bildungsexperte sagte: „Rund 6.000 Personen unterrichten heute in Hessen ohne Lehramt oder Lehrbefähigung und mit teilweise fragwürdiger Qualifikation. Da stehen bisweilen Leute vor den Klassen, denen ihre Schülerinnen und Schüler genau so fremd sind wie das Fach, das sie unterrichten sollen. Dabei haben sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch deren Eltern einen Anspruch auf qualifizierten Unterricht mit qualifiziertem Lehrpersonal. Das fehlt aber, weil Schwarzgrün einfach zusieht, wie sich die Arbeitsbedingungen an den Schulen immer weiter verschlechtern, statt den Lehrerberuf – auch mit einer angemessenen Besoldung – attraktiver zu machen. “ Niemand könne mit der aktuellen Situation zum Schuljahresbeginn zufrieden sein, so Christoph Degen.

Die SPD-Fraktion hätte von der Landesregierung erwartet, dass ihr die Lage in den hessischen Schulen eine Regierungserklärung des Kultusministers wert gewesen wäre. „Bei einer ehrlichen Einschätzung Probleme in unseren Schulen wäre so eine Regierungserklärung natürlich einer politischen Bankrotterklärung gleichgekommen. Davor wollten CDU und Grüne Minister Lorz offensichtlich bewahren und haben stattdessen gestern Verkehrsminister Al-Wazir mit einer Regierungserklärung voll rosaroter Visionen von der Mobilität der Zukunft ans Rednerpult geschickt. Es bleibt der Eindruck, dass Schwarzgrün so kurz vor der Bundestagswahl lieber nicht darüber reden möchte, wie groß die Probleme in den hessischen Schulen tatsächlich sind“, kritisierte Christoph Degen.

Von der erforderlichen pädagogischen und fachlichen Qualität entfernten sich die Schulen im Land immer mehr, obwohl die Lehrerinnen und Lehrer mit viel persönlichem Engagement versuchten, die schulischen Basics zu erhalten. Dies belege auch der kürzlich vorgestellte Bildungsmonitor des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW). Darin erreichen Hessen im bundesweiten Vergleich in Bezug auf die Schulqualität gerade einmal Platz 13 unter allen 16 Bundesländern.

Christoph Degen sagte dazu: „Ein Kultusminister, der ungeachtet der Realität an hessischen Schulen eine Jubelmeldung nach der anderen in die Welt schickt, versucht entweder, die Menschen im Land zu täuschen, oder er hat jeden Kontakt zur Wirklichkeit verloren. Für das letztgenannte spricht der Umstand, dass Minister Lorz nun einen ‚Praxisbeirat‘ einrichten möchte. Offenkundig braucht er inzwischen Berater, die ihm vom wirklichen Leben in den Schulen, für die er die Verantwortung trägt, berichten. Wer so weit ist vom schulischen Alltag weg ist, hat seinen Zenit als Kultusminister erkennbar überschritten.“



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