Andrea Ypsilanti erste Frau an Spitze der Hessen-SPD

Die Landtagsabgeordnete Andrea Ypsilanti ist die erste Frau an der Spitze der hessischen SPD. Ein außerordentlicher Landesparteitag wählte die 45-jährige Frankfurterin mit 216 von 292 Stimmen (74,0 Prozent) in Rüsselsheim zur Nachfolgerin des bisherigen Landesvorsitzenden Gerhard Bökel.

In ihrer Antrittsrede analysierte die neue Parteichefin kritisch und differenziert die unterschiedlichen Aspekte des Reformkurses von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). Ypsilanti lobte etwa das angekündigte Investitionsprogramm für die Kommunen, beklagte aber auch eine «wachsende Entfremdung zwischen den klassischen SPD-Wählern und unserer Partei». Die geplanten Kürzungen in der Arbeitslosenversicherung seien inakzeptabel. Die Hessen-SPD forderte einen Sonderparteitag auf Bundesebene zur Sozial- und Gesundheitsreform.

Gegenüber der hessischen CDU-Landesregierung kündigte Ypsilanti einen Oppositionskurs mit klaren Konzepten an. Ministerpräsident Roland Koch (CDU) habe die Landesfinanzen ruiniert und Hessens wirtschaftliche Position geschädigt, er setze auf Repression und soziale Auslese. Dem müsse die SPD entgegentreten.