Ypsilanti will am «demokratischen Sozialismus» festhalten

«Man tut sich mit den Inhalten nicht leichter, indem man Begriffe streicht – es sei denn, man will eine andere Partei», sagte Ypsilanti mit Blick auf die geplanten Sozialreformen der Bundesregierung.

Die Forderung nach Verteilungsgerechtigkeit sei jedenfalls aktueller denn je, findet die Parteichefin. Noch immer hänge eine gute Bildung oder eine ausreichende Versorgung im Gesundheitswesen von individuellen Ressourcen ab. Ein Blick auf die Ergebnisse der Pisa-Studie oder in den Mund von Menschen, denen man an den Zähnen den sozialen Status ablesen könne, genüge. Ypsilantis Fazit: "Da haben wir noch ganz viel gerecht zu verteilen."

Die Mitglieder der Partei hätten sich zum Grundsatzprogramm bekannt. Wer jetzt den "demokratischen Sozialismus" einfach wegstreichen wolle, der müsse sich überlegen, ob er den Mitgliedern damit nicht den mit ihnen geschlossenen Vertrag entziehe. Schließlich gehe es nicht nur um Traditionen, sondern um eine "konkrete Utopie", um "Visionen".

Die Chefin der Hessen-SPD befürchtet einen Mitgliederschwund, falls sich die Partei vom «demokratischen Sozialismus» verabschiede.
«Viele Menschen sind für den demokratischen Sozialismus ins KZ gegangen», sagte sie. Die SPD könne stolz darauf sein, «dass der Begriff mit ihr überlebt hat».