Ypsilanti würdigt „Vater“ der Zweigteilten Laufbahn

"Er hat die Zweigeteilte Polizeilaufbahn gegen den Widerstand des damaligen CDU-Bundesinnenministers Manfred Kanther durchgesetzt und damit Maßstäbe für die Innere Sicherheit in Deutschland gesetzt“, sagte Ypsilanti. Leider verspiele die amtierende CDU-Landesregierung gerade das Erbe Herbert Günthers und schicke statt Deutschlands bester Polizeiprofis zunehmend Hilfspolizisten und Amateure auf die Straße. „Herbert Günther stand für eine effektive Sicherheitspolitik, die den Menschen in den Mittelpunkt gestellt hat und die der Vorbeugung besonderes Gewicht einräumte.“

„Herbert Günther war als Minister von 1974 bis 1987 und von 1991 bis 1994 eine Stütze der sozialdemokratisch geführten Landesregierungen der Ministerpräsidenten Osswald, Börner und Eichel. Nach dem Ende der sozialliberalen Koalition trug er als Doppelminister für Inneres und Justiz eine besonders große Last in sicherheitspolitisch schwieriger Zeit. Gerade in der zweiten rotgrünen Koalition war Herbert Günther – geprägt vom bitteren Ende der ersten – ein wichtiger Stabilisator“, so die SPD-Landesvorsitzende.

Ypsilanti würdigte, dass Herbert Günther mit seiner großen kommunalpolitischen Erfahrung als Landrat des Untertaunuskreises und des Landkreises Kassel stets die Interessen der „Kommunalen Familie“ im Auge gehabt habe. „Damit hat Herbert Günther im besten Sinne des Wortes Bodenhaftung bewiesen, die ihm große Sympathien bei den Bürgerinnen und Bürgern des Landes eingebracht hat. Seine Bürgernähe – die auch immer Maßstab seiner politischen Vorstellungen war – zählt sicherlich zu seinen größten Verdiensten.“

Zugleich sei Herbert Günther immer auch die Stimme Nordhessens am Kabinettstisch und in der Landespartei gewesen. „Der gebürtige Bergshäuser hat sich konsequent für die Entwicklung Nordhessens eingesetzt. Seine Mandate als Bezirksvorsitzender der SPD-Nordhessen von 1987 bis 1993 und als direkt gewählter Landtagsabgeordneter im Wahlkreis Kassel Land II hat Herbert Günther als Auftrag verstanden, Fürsprecher für seine Region zu sein.“