Ypsilanti setzt auf dem Hessischen Tischlertag mittelstandspolitische Akzente

Ab 2010 würden nach Experteneinschätzungen Fachkräfte wieder Mangelware in Deutschland sein. „Aus diesem Grund begrüße ich, dass der Deutsche Bundestag das Ausbildungsplatzsicherungsgesetz beschlossen hat", erklärt Ypsilanti. Hiervon würden gerade kleine und mittelständische Unternehmen profitieren, die mit Förderung rechnen könnten, wenn sie mehr als gefordert ausbildeten. Das Tischlerhandwerk liege mit einer Quote von 13 Prozent deutlich über den im Gesetz geforderten 10 Prozent.

Ypsilanti zeigt sich zuversichtlich, im Handwerk einen Partner für die schulpolitischen Vorstellungen der SPD gewinnen zu können: „Wenn wir über Ausbildung reden, müssen wir auch über Bildung reden." Handwerksbetriebe beklagten immer mehr die schulischen Defizite ihrer Lehrlinge. Das Konzept längeren gemeinsamen Lernens garantiere eine bessere Förderung der einzelnen Schüler. Aus diesem Grund habe es bereits Anhänger bei mehreren deutschen Handwerkskammern gefunden.

Eine schwache Binnennachfrage, Generationswechsel und zu geringe Kapitalausstattung der Betriebe seien weitere Herausforderungen an das Handwerk. Ypsilanti plädierte dafür, die öffentliche Hand so auszustatten, dass sie wieder investieren könne. Eine aktive Mittelstandspolitik habe Betriebsübergänge zu unterstützen. Das gelte für das Steuerrecht und andere Bereiche. „Wenn wir dieses Problem nicht in den Griff bekommen, werden uns in den nächsten zehn Jahren mehr Arbeitsplätze verloren gehen als durch die gesamte Wirtschaftsflaute der letzten Jahre", erklärt Ypsilanti.