Ypsilanti: Tschernobyl mahnt zum Atomausstieg

„Tschernobyl mahnt, am vereinbarten Atomausstieg festzuhalten und sich damit von einer gefährlichen und zukunftsfeindlichen Technik zu verabschieden“, sagte die Landesvorsitzende weiter.

„Damals hieß es, Tschernobyl wäre im Osten eines der sichersten Atomkraftwerke. Heute wissen wir, es gibt nicht nur keine sicheren Atomkraftwerke im Osten, sondern es gibt schlicht gar keine sicheren Atomkraftwerke. Allein in Biblis hat es rund 740 Störfälle seit der Inbetriebnahme gegeben.“ Deswegen sei auch die Überlegung absurd, ausgerechnet auch das Atomkraftwerk Biblis durch die Verlagerung von Produktionskapazitäten anderer Atomkraftwerke länger laufen zu lassen als im Atomkonsens vereinbart.

Ypsilanti warf der Landesregierung vor, einerseits die Gefahren der Atomenergie zu verharmlosen und andererseits die Förderung alternativer Energieträger zu vernachlässigen. „Während die Hessische Landesregierung unter sozialdemokratischer Führung 1999 noch insgesamt 24 Mio. € für erneuerbare Energien und Klimaschutz zur Verfügung gestellt hat, hat Roland Koch den Betrag auf magere 5,9 Mio. € reduziert.“ Solarenergie, Windkraft, Biomasse, Energiesparprogramme seien bis heute für die hessische CDU böhmische Dörfer. „Da hilft auch die Forderung nach einem nationalen Biomasseplan nichts, wenn man die eigenen Hausaufgaben nicht erledigt.“ Es wäre eine dringende Aufgabe jeder Landesregierung, auf diesem Weg schnell voranzukommen und Energieträger der Zukunft zu fördern. Notwendig sei ein Förderprogramm Erneuerbare Energien, um bis 2015 zu erreichen, dass der hessische Beitrag an erneuerbaren Energien bei mindestens 15% liege.

Die Reduktion der Energiedebatte auf den Aspekt der Atomenergie durch Roland Koch sei auch ökonomisch unsinnig. „Das immer wieder angeführte Argument des angeblich preiswerten Atomstroms ist dürftig. Erneuerbare Energien werden mit massenhafter industrieller Einführung und Weiterentwicklung immer billiger, während atomare und fossile Energie uns immer teurer zu stehen kommt. Die heutigen Mehrkosten sind geringfügig im Vergleich zum größten Subventionsprogramm der Weltgeschichte, dem Atomstrom.“

20 Jahre nach Tschernobyl habe die Atomindustrie in Roland Koch und der hessische CDU willfährige Lobbyisten gefunden. „Aber die Zukunft gehört weder dem Öl noch der Atomenergie, sondern der realen Perspektive menschenfreundlicher, zukunftsfähiger erneuerbarer Energien.“