Andrea Ypsilanti (SPD): Abschaltung von Biblis-Reaktoren muss planmäßig erfolgen / Merkels Argumentation „oberflächlich und fadenscheinig“

„Oberflächlich und fadenscheinig“ nannte Ypsilanti Merkels Argumentation pro Atom. Offensichtlich sei der Kanzlerin jeder Anlass Recht, gegen den Atomausstieg Stimmung machen zu können. Wenn sie auf politische Unabhängigkeit in Energiefragen poche, so seien die heimischen Energieträger Wasser, Wind und Sonne die besten Garanten dafür.

Atomkraft sei eine Risikotechnologie „und bleibt es auch“, so Ypsilanti. Bis zum heutigen Tage gebe es keine zukunftsfeste Lösung für die Entsorgung atomaren Mülls. „Wir bürden unseren Kindern und Enkelkindern Lasten auf, die wir schon nicht kalkulieren können. Das ist unverantwortlich – vor allem deshalb, weil wir Alternativen haben.“ Die SPD-Landesvorsitzende forderte die Hessische Landesregierung auf, von ihrem Atomkurs abzurücken und massiv in erneuerbare Energie zu investieren. „Der vollständige Ersatz von Biblis A und B durch Sonne, Wind, Wasser und Biomasse ist möglich – und die SPD wird dies nach der nächsten Landtagswahl 2008 auch realisieren.“

Die hessischen Sozialdemokraten hätten, so Ypsilanti, ein Landesenergieprogramm entwickelt, welches vorsehe, den in den beiden südhessischen Atomkraftwerken produzierten Strom durch den massiven Ausbau erneuerbarer Energien – unter anderem Solarstrom, Bioenergie, Wasserkraft, Geothermie, Windenergie inklusive neuer Energiespeicher -, Kraft-Wärme-Kopplung und Energiesparen zu ersetzen. Die Abschaltung von Biblis A 2008 und von Biblis B 2012 sei nach Berechnungen der SPD möglich, ohne dass als Kraftwerksersatz neue fossile Groß-Kraftwerke auf Kohle- oder Gasbasis gebaut werden müssten.