Auf dem Land zu Hause sein

"Die Kirche im Dorf lassen." Forum "Kirche und Politik" in Freienseen, Ulf Häbele (vorne).

„Kirche ist mehr als ein Anbieter von religiösen Dienstleistungen“, stellte Pfarrer Dr. Ulf Häbele vor seinem Vortrag klar, „sie ist ein sozialer Faktor.“ Zu ihm nach Laubach-Freienseen gekommen waren Mitte Mai die Mitglieder des SPD-Forums „Kirche und Politik“, um sich über die Probleme und Perspektiven des ländlichen Raums zu informieren.

Der ehemalige Dorfpfarrer, Soziologe und Landwirt in Freienseen im Landkreis Gießen berichtete von Problemen wir dem Weggang der bezahlen Arbeit, dem Verlust von Identität und dem Zuzug von Migranten sowie den Folgen für die Dorfgemeinschaft. Bei Veränderungen müsse der „Mensch mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt“ stehen, es brauche neben „konstruktiver Toleranz“ auch ganz praktische „Kulturlotsen“, warb er.

Ulf Häbele berichtete von den Aktivitäten der letzten Jahre wie der erfolgreichen Gründung einer Dorfschule in evangelischer Trägerschaft. „Wir wollen, dass alle Menschen in unserem Dorf Heimat, Bildung und Identität finden, Altdörfler wie Neudörfler.“

Abgerundet wurde das Forumstreffen mit einem gemeinsamen Spaziergang durch das abendliche Freienseen bei dem Ulf Häbele „sein“ Dorf präsentierte und von zukünftigen Projekten berichtete, vor allem vom Netzwerk „Nachbarschaftsfamilie“ und der dazugehörigen Begegnungsstätte. „Lasst die Kirche im Dorf – als Instanz der Menschlichkeit“, so Häbele.