Es macht mich stolz

© Marco Urban / SPD

Mit 88,9 Prozent hat Thorsten Schäfer-Gümbel bei der Wahl der Vize-Vorsitzenden der SPD die meisten Delegierten-Stimmen erhalten. Was ihm die Wahl bedeutet, erzählte er vorwärts.de auf dem SPD-Bundesparteitag in Leipzig.

Vorwärts.de: Was bedeutet Ihnen das Amt des stellvertretenden Parteivorsitzenden?

Thorsten Schäfer-Gümbel: "Es macht mich schon stolz. Es ist eine besondere Aufgabe und auch eine Herausforderung als stellvertretender Parteivorsitzende in dieser stolzen Partei tätig werden zu können. Das berührt mich."

Wie zufrieden sind Sie mit dem Wahlergebnis?

"Über das gute Wahlergebnis habe ich mich sehr gefreut und bedanke mich für das große Vertrauen, dass mir der Parteitag ausgesprochen hat. Für mich ist es Auftrag, meine kontinuierliche und auf lange Linien angelegte Arbeit, die ich als Mitglied des Parteivorstandes begonnen habe, weiterzuführen."

Klaus Wowereit, dessen Nachfolge Sie antreten, hat in seiner Abschiedsrede auch auf die Arbeit und die Anstrengung verwiesen, die das Amt des Vizevorsitzenden mit sich bringt. Was erwarten Sie von diesem Amt?

"Die Herausforderung stellvertretender Parteivorsitzender zu sein ist sicherlich eine große. Der stelle ich mich gern. Ich habe in den letzten Jahren hinreichend bewiesen, dass ich kein Problem mit harter und anstrengender Arbeit habe. Ich habe eine gute Schule hinter mir. In Hessen habe ich im November 2008 in einer schwierigen Situation Verantwortung übernommen. Das war schon sehr fordernd."

Wie schätzen Sie die Stimmung auf dem Parteitag ein?

"Angesichts des schwierigen Wahlergebnisses bei der Bundestagswahl ist die Stimmung natürlich sehr nachdenklich. Sigmar Gabriel hat gestern nicht nur den richtigen Ton getroffen, sondern auch die wichtigen Fragen angesprochen. Die müssen wir jetzt bearbeiten und können nach diesem Wahlergebnis nicht zur Tagesordnung übergehen. Das ist parallel zu den Koalitionsverhandlungen keine leichte Aufgabe."

Was kann dieser Parteitag für die SPD leisten?

"Klar ist, dass die strategischen Fragen, die Sigmar Gabriel gestern aufgeworfen hat, die Diskussion in der SPD in den nächsten Jahren bestimmen werden. Der Parteitag beginnt diese notwendige Debatte. Aber sie wird sie sicherlich nicht abschließen können."

Was ist in der Debatte die Aufgabe des Parteivorstandes?

"Er muss die Diskussionen strukturieren, Angebote dazu formulieren, er muss die Diskussion vorantreiben und vor allem muss er sie führen."

(vorwärts.de)