Catrin Geier – Die will nicht nur spielen

Die Bühne wurde Catrin Geier in die Wiege gelegt. Schon als Kind stand sie im Rampenlicht und erntete Applaus. Heute tritt sie an für die große politische Bühne des Landtages. Doch eines hat sich geändert. Früher sehnte sie sich nach dem Jubel des Publikums, heute freut sie sich, wenn sie anderen hilft.

Im Saal ist schummriges Licht. Alle Blicke sind auf die beiden jungen Menschen auf der Bühne gerichtet. Sie spielen ein Liebespaar. Die kleine Catrin sitzt direkt vor der Bühne unter einem Tisch. Sie ist gut versteckt vor den Blicken des Publikums. Sie kann den gesamten Text auswendig. Ihre Aufgabe in diesem Stück ist es, einzuflüstern, wenn den Schauspielern der nächste Satz nicht mehr einfällt. Catrin Geier bleibt im Hintergrund und nimmt dennoch eine wichtige Rolle ein.

Die Anfänge von Catrin Geiers Weg in die Öffentlichkeit waren gut verborgen. Sie unterstützt ihre Eltern, die ehrenamtlich ein Theater leiteten, durch ihre fleißige Mithilfe im Hintergrund. Sie ist beliebt in der Schauspieltruppe, aber bleibt versteckt.
Irgendwann beschließt ihre Mutter, dass es für die kleine Catrin an der Zeit ist, den nächsten Schritt zu gehen. Ihre Mutter fragt, ob sie nicht selbst auf die Bühne will. Sie will es schon damals. Vor hunderten Leuten, ganz ohne Mikrophon erhebt das kleine Mädchen ihre Stimme mitten im Scheinwerferlicht. Sie ruft ihren Text hinaus, wird gehört und bewundert, erntet Applaus. Sie spielt den Zauberlehrling. Jubel bei den Zuschauern. In diesem Augenblick denkt sie: „Das will ich immer wieder!“

Als sie von der Bühne tritt, klopfen ihr viele auf die Schulter. Sie hat die Aufgabe perfekt gelöst. Dank hartem Training und eisernem Willen hat sie überzeugt, und sie genießt das Lob, das sie von allen Seiten bekommt. „Ich dachte damals, dass dieses Lob das ist, worum es eigentlich geht. Dass man den anderen gefallen und genügen muss.“

Die Erfahrung, dass man gelobt wird, wenn man seine Pflicht erfüllt und die Sache perfekt macht, prägt die junge Catrin. Sie will gefallen um jeden Preis. Sie übernimmt Aufgaben im Ehrenamt, bringt sich in die Gemeinschaft ein – auch mit vielen ungeliebten Aufgaben – und versucht, ihr Studium perfekt zu bestehen. Schließlich ist sie die erste in der Familie, die an eine Universität geht. Sie will, dass man stolz auf sie ist, ohne sich zu fragen, ob ihr Wirken etwas bewirkt. „Ich war irgendwann eine Getriebene der Ansprüche anderer, und ich glaube, so geht es vielen Leuten. Egal, was der Chef oder die Chefin will, man versucht, es zu erreichen, ohne sich zu fragen, ist das auch gut oder tut mir das gut?“

Wenn in einem Verein eine Aufgabe vergeben wird, die keiner will, meldete sich irgendwann immer Catrin Geier. Wenn auf der Arbeit jemand gesucht wurde, der Überstunden macht, war es oft sie. Man muss liefern in unserer Welt. Schwäche wird niemals verziehen. Die Geister, die sie rief, die wurde sie nicht los.

Anders als der Zauberlehrling Goethes braucht Catrin Geier keinen Meister, der sie rettet. Sie schafft es selbst.
„Perfektion erreichen zu können, war meine Illusion. Perfektion erreichen zu können, ist die Illusion unserer Gesellschaft.“ Dass Catrin Geier heute solche Sätze sagt, ist das Ergebnis einer langen Reflexion und eines langen Wandels.

Denn Catrin Geier merkt, wie sehr der Anspruch, alles perfekt zu machen und immer allen Ansprüchen genügen zu wollen, an die Substanz geht. „Irgendwann ist man nur noch getrieben. Man macht Dinge, weil die Aufgabe da ist, aber man vergisst zu fragen, ob die Aufgabe notwendig ist oder was sie bringt. Genau so fühlt sich doch unsere Politik in Deutschland und Hessen zu oft an. Es wird immerzu etwas gemacht, aber ist das, was gemacht wird, auch das Richtige? Steuert unsere Gesellschaft in die richtige Richtung?“

Catrin Geier beginnt, ihre Tage neu zu planen. „Am Anfang steht für mich jetzt immer die Frage, was braucht es wirklich? Was bringt uns weiter? Der Rest kann warten.“ Sie macht sich selbst frei von den Ansprüchen anderer. „Nicht jeder, der ein Amt hat, hat auch Recht. Nicht jeder mit Autorität setzt diese auch zum Guten ein.“ Sie bestimmt ihren eigenen Kurs für Hessen.

„Ich finde, es liegt auf der Hand, was unser Land braucht: Wir brauchen Schulen, in denen jede und jeder lernt, was er oder sie kann und will. Wir brauchen einen Plan für den Verkehr, bei dem man nicht im Stau steht. Am leichtesten geht das, wenn wir dafür sorgen, dass man in der Nähe des Jobs auch vernünftig wohnen kann. Ich will ein Land voller Spielstraßen, damit die Kinder sich austoben und erproben können, ein Land mit ganz vielen Grillfesten. Ein Land, in dem viel geleistet wird, weil es nicht immer nur um Leistung geht, sondern auch um das Miteinander. Gut soll es den Leuten gehen. Einfach gut.“

Catrin Geier ist jung und will in den Landtag. Sie ist jung genug für neue Ideen, sie hat die Kraft, diese auch mit Feuer vorzutragen, aber sie ist keine Getriebene fremder Ansprüche. Wer Catrin Geier wählt, wählt eine Frau, die ein Ziel verfolgt: „Es soll den Leuten gut gehen. Einfach gut.“

Catrin Geier kandidiert für den Wahlkreis 52 Darmstadt-Dieburg II.

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