Susanne Kassold – Freiheit, Möglichkeit und Redlichkeit

„Redlichkeit ist unabdingbar“, sagt Susanne Kassold zu ihrem Engagement in der Politik. Sie will, dass Probleme im Landtag offen angesprochen und mögliche Lösungen mit all ihren Stärken und Schwächen ehrlich präsentiert werden. Damit möchte sie Abgeordnete im Hessischen Landtag werden, und mit diesem Anspruch will sie ihr Mandat immer verbunden sehen.

Dass Susanne Kassold heute als Juristin beim Amtsgericht arbeitet, ist das Ergebnis von guter Politik. In Hessen konnte sie als erste in ihrer Familie das Abitur machen, weil das Schulgeld in Hessen von der SPD abgeschafft wurde. „Sonst hätten wir uns das nie leisten können. Alle meine Cousinen in Bayern, wo es das Schulgeld noch gab, durften nur auf die Volksschule gehen.“ Denn die Eltern von Kassold stammen aus Oberfranken. Ihr Vater ist Polizist und bewirbt sich in ihrer Jugend nach Hessen. So kommt die Familie ins Rhein-Main-Gebiet.

„Ich weiß, dass ich meine Ausbildungschancen der Bildungspolitik der SPD verdanke. Wenn ich heute für die SPD für den Landtag antrete, möchte ich, dass auch meine Politik dafür sorgt, dass die Kinder von heute bessere Bildungschancen bekommen.“

Kassold meint es ernst. Für sie ist Bildungsgerechtigkeit ihr zentrales Thema. Sie erinnert sich noch sehr genau, wie sie miterlebte, dass ihre beste Freundin in der Schule die Klasse wiederholen musste. „Das war damals ein Schock für mich. Meine wichtigste Bezugsperson in der Jugend war plötzlich nicht mehr mit mir in einer Klasse. Und das alles nur, weil es keine vernünftige Unterstützung gab und ihre Eltern ihr nicht helfen konnten.“ Kassold nimmt sich damals vor, dass sie selbst dafür sorgen will, dass andere junge Menschen nicht mehr sitzenbleiben müssen. „Sitzenbleiben ist für niemanden gut. Weder für die Person, die eine Klasse wiederholen muss noch für die Mitschüler. Aus der Gemeinschaft herausgerissen werden, ist Gift für den weiteren Bildungsweg. Deshalb habe ich in den 17 Jahren, die ich Elternbeiratsvorsitzende war, immer mit daran gearbeitet, dass andere Lösungen gefunden werden, als ein Kind aus der Klasse zu reißen.“

Bildungserfolg und der damit einhergehende Zugewinn an Freiheiten und Möglichkeiten ist für Kassold zentrales Ziel. Doch auch in anderen Bereichen der Landespolitik geht es um genau diese Freiheit und die daraus entstehenden Möglichkeiten.

„Mein Vater war als Polizist im Dienst des Landes Hessen immer im Schichtdienst. Für mich als seine Tochter bedeutete das, dass ich selten und nie spontan Freundinnen mit nach Hause bringen konnte, weil mein Vater tagsüber schlief.“ Das Familienleben war daher immer ein Leben im Flüsterton. „Das schränkt sehr stark ein, wenn man zu Hause nie laut lachen kann und der einzige Grund war, dass wir in einer Altbauwohnung wohnten, die auch der Arbeitsplatz meiner Mutter, einer Schneiderin, war.“ Kassold hatte damit kein eigenes Zimmer.

Was damals schon ein Problem war, ist es heute noch. Nach 19 Jahren CDU-geführter Landespolitik sind die Mieten überall im Rhein-Main-Gebiet explodiert. Auch heute kann man sich von einem Polizistengehalt nur schwer eine größere Wohnung leisten. „Es gibt aber einen direkten Zusammenhang zwischen der Größe der Wohnung und der Freiheit, die man hat.“ Deshalb will Kassold dafür sorgen, dass der Wohnraum wieder günstiger wird. „Das geht, wenn man als Land vernünftig baut und dafür sorgt, dass die Wohnungen nicht zu Wucherpreisen vermietet werden, weil man sie selbst im Besitz des Landes behält statt sie zu verscherbeln.“

Dass die persönliche Freiheit und die eigenen Möglichkeiten schnell enden können, erlebt Kassold, als ihr Vater ein Bein verliert und einen Rollstuhl nutzen muss. „Da sind plötzlich alle Möglichkeiten und Freiheiten weg, und das kann jedem passieren.“ Für ihren Vater bedeutet das, dass er viele Dinge, die er davor gemacht hat, nicht länger machen kann. „Er ist immer zum Polizeichor gegangen, aber mit dem Rollstuhl konnte er da einfach nicht mehr hinkommen.“ Kassold versucht als Tochter ihr Möglichstes, um ihrem Vater weiterhin Mobilität zu sichern. Sie fährt ihn, sie hilft in der Pflege mit. Aber bald wird auch ihre Mutter krank. Ihre eigenen Kinder brauchen auch ihre Zeit. „Ich habe mich nie beklagt. Ich war für alle da. Aber jede Zeit ist endlich, und es gibt schlicht und ergreifend zu wenig Hilfe in solchen Fällen.“ Kassold kann, wie viele andere pflegende Angehörige in Hessen auch, nicht alles leisten. „Jeder Termin, den mein Vater wegen seines verlorenen Beins nicht wahrnehmen konnte, weil ich auf meine Kinder aufpassen musste, tut mir bis heute weh. Ich möchte politisch dafür sorgen, dass andere Väter im Rollstuhl die Hilfe bekommen, die mein Vater leider nicht haben konnte.“

Dann fügt sie an: „Ich will ehrlich sein: Alles das geht nicht über Nacht. Niemals wird es unser Sozialstaat schaffen, alle Probleme zu lösen. Aber genau wie mit der Abschaffung des Schulgeldes damals will ich jetzt dafür sorgen, dass wir in vielen kleinen Schritten auch vorankommen. Keine Schüler sollen mehr sitzenbleiben, Familien, die ihre Angehörigen pflegen, sollen Hilfe erhalten, und wir werden Wohnungen bauen. Das löst nicht alle Probleme, aber es macht das Leben besser.“

Susanne Kassold ist eine Politikerin, die ihr Programm aus konkreten Erfahrungen heraus entwickelt. Sie weiß, wie stark ein gutes Leben davon abhängt, ob man Freiheiten und Möglichkeiten hat.

Dazu gehören in der Politik auch Kompromisse. Diese sind ein Teil der Demokratie. Die Verächtlichmachung des Kompromisses in der politischen Arbeit ist ein großes Problem.

„Ich weiß, wofür ich antrete. Ich will Freiheiten und Möglichkeiten für alle und will dabei meinem Anspruch an mich selbst treu bleiben. Denn Redlichkeit ist nicht verhandelbar.“

Susanne Kassold kandidiert für den Wahlkreis 39 Frankfurt VI.

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